videos & installations
dead-beat
`dead-beat´ entwickelte sich aus den Recherchen zum Jahresthema `Hässlichkeit´ der Kunstuniversität Linz (Abteilung Keramik). Während des Wintersemesters befasste ich mich genauer mit dem Begriff `Hässlichkeit´.
Je intensiver ich mich damit auseinandersetzte, umso mehr wurde mir bewusst wie subjektiv der Begriff eigentlich ist. Die `Hässlichkeit´ richtet sich immer nach der Ansicht und Meinung des jeweiligen Betrachters.
`dead-beat´ developed from the subject `ugliness´, which is part of the program at the Art University of Linz (Department of Ceramics). I started to research the theme in the winter term. As I got more involved with the theme ugliness, I found that it’s very subjective. So I started to focus on myself. What is ugly for me?
dead-beat
installation
dead-beat installation june 2010 © Juliane Leitner
Material: Porzellan, PVC-Schläuche, Schweineblut
Die Installation `dead-beat´ besteht aus 17 Porzellanherzen, die eine dem Menschen Herz ähnliche Form ausweisen.
Jedes Herz stellt ein einzelnes Individuum dar, das ohne dem anderem nur mühsam existieren kann. Die Herzen sind von unterschiedlicher Größe und durch Plastikschläuche miteinander verbunden. In den Plastikschläuchen befindet sich Blut. Dieses Blut zirkuliert nicht, sondern es steht still. Es herrscht absoluter Stillstand, eine Art Totenstarre. Ein Individuum ist verloren gegangen und nicht mehr im System eingebunden.
Es geht um Zwischenmenschlichen Beziehungen. Den Verbund zwischen dem Partner, der Familie, den Freunden, den Kollegen. In diesem Netzwerk fühlen wir uns meist geborgen und geschützt. Es ist die Basis zum Überleben. Wird dieses Netzwerk durch Verlust, Tod, Trennung von einer Person unterbrochen, herrscht für eine undefinierbare Zeit Stillstand.
`dead-beat´ the installation
material: porcelain, PVC-hoses, pork blood
The installation `dead-beat´ consists of 17 porcelain hearts which resemble the human heart. Each heart stands for a person and cannot function without the others. The hearts are produced in different scales. They are connected to each other with plastic pipes filled with blood, but there is no circulation in them. Everything stands still. It’s like a rigor mortis. The part which gets lost in the system is no longer available and leaves a vacancy in the whole system. It’s all about human relations. About the partner, the family, the friends, the colleagues. Mostly we feel safe and secure in this network. It’s a base for survival. But when a person dies, the whole system suffers.
© 2010 translated by Magarete Zednik;
Thank you Maggi!
dead-beat
video documentation of a performance
Videoaufnahme: 05. Mai 2010, um 14:30
Ort: Kunsthøgskolen i Bergen
Videodauer: 05:45 min.
Material: Porzellan, Theaterblut, weißes Papier, helle Bekleidung
Die Performance fand, unter Ausschließung der Öffentlichkeit, im Erdgeschoß der Kunsthøgskolen i Bergen statt und dauerte ungefähr 15 - 20 Minuten.
Acht meiner Kommilitonen/Innen erklärten sich bereit mich bei der Performance zu unterstützen. Yannik Willing und Farner Massó waren zuständig für die Kamera. Anna Kukielka assistierte bei der Befüllung der Herzen. Elena Talmon fotografierte. Johannes Engelsen Espedal, Tarald Johan Wassvik, Pierer Nora, Laura Molina Alvarez und ich waren die Darsteller.
Hintergrund der Performance:
Schon seit längerer Zeit fiel mir auf, dass Menschen sehr oberflächlich miteinander umgehen. Sei es um die eigene Fassade zu bewahren, als Selbstschutz oder aus beruflichen Gründen, um in das Klischee der jeweiligen Arbeitssparte zu passen.
Gefühle und persönliche Empfindung haben im öffentlichen Raum meist nichts verloren. Fast jeder von uns versucht seine Fassade zu bewahren, sodass ja kein negatives Bild von uns entstehen kann. Ein negativer Eindruck einer Person könnte fatale Folgen wie Kündigung des Arbeitsplatzes, keine Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe oder dem Verein, Freundschaftsverlust bis schließlich zum kompletten Zusammenbruch der Familienverhältnisse oder der Privaten Beziehung haben. Trotz alldem kommt jeder von uns in die missliche Lage eine andere Person zu verletzten. Nicht weil man es unbedingt möchte, sondern es geschieht durch Entscheidungen, Entschlüsse, Veränderungen etc. Es geht nicht um Verletzung im physischen Sinn, sondern um die Verletzung der Seele. Jeder von uns hat das Bedürfnis geliebt, respektiert und wahrgenommen zu werden.
Die Performance mag vielleicht wie ein Spiel aussehen. Doch spielen wir uns nicht täglich etwas vor? Wie oft wurde uns schon im Leben weh getan? Wie fühlt sich dieser Schmerz an?
In der Performance symbolisiert das Herz die Seele, die wir uns gegenseitig reichen, zuwerfen oder achtlos an die Wand oder zu Boden werfen. Keiner kann dem anderen wirklich ehrlich in das Gesicht sehen. Zynismus macht sich breit. Die Situation wird umso unangenehmer je mehr Herzen am Boden zersplittern. Das Gehen wird fast zur Unmöglichkeit. Jeder torkelt und wankt.
`dead-beat´ video documentation of the performance
video shooting from May 5th, 2010 at 2:30 p.m.
place: Bergen National Academy of the Arts
video lenght: 05:45 min.
material: porcelain, stage-blood, white paper, bright clothes
Eight fellow students came together to do a performance on the ground floor at the Bergen National Academy of the Arts. The performance took about 15 to 20 minutes.Yannik Willing and Farner Massó were responsible for the cameras. Anna Kukielka assisted. Elena Talmon took the pictures. Johannes Engelsen Espedal, Tarald Johan Wassvik, Pierer Nora, Laura Molina Alvarez and I were the actors.
The message of the performance:
For a long time I have realised that people often act without respect for each other. We put on a kind of personal mask in society. It is a safeguard for our souls, and we should also fit the cliché of our professions. There is often no place for emotional and personal feelings in public. We have to do our jobs without thinking about the feelings of others. We are taught that we could get in trouble, if we show our real selves. We could lose our jobs, lose club colleagues or even our partners. Sometimes we don’t want to, and sometimes our masks just belong to different decisions or to different situations. We want to be loved and respected.
The performance looks like a game. But how often do we really get hurt in our lives? How does this pain feel? What happens to our souls? In the performance the hearts should be seen as symbols for our souls. The actors give them or throw them to each other. Some of the hearts get carelessly smashed on the ground. Nobody can look into the eyes of the others. The situation gets more and more uncomfortable. Broken pieces are everywhere. It’s almost impossible to continue.
© 2010 translated by Magarete Zednik;
Thank you Maggi!
Architectural Ceramics Course
There's one hitch!
Exhibition: Words Work
clothes pin project
Kopieren & Einfügen I & II
commuter
Semesterarbeit SS2008 Installion: Gips, Video (Dauer 08:01 min.)
Das Video besteht aus zwei Teilen und wird auf je 90 in Gips abgegossene Becher projiziert wurde.
Der Coffee to go Becher:
Ein stummer Zuhörer, Wegbeschreiber, Geschichtenerzähler u. Präger, der eine Weile mitreist, um dann irgendwo achtlos in den Müll geworfen zu werden, wo schlussendlich sein Zersetzungsstadium beginnt und er durch einen neuen Coffee to go Becher ersetzt wird.
Diese Vergänglichkeit lässt sich auch auf uns Menschen ummünzen.
Man wird geboren, lernt, hört zu, prägt sich Dinge ein, gibt Informationen weiter, hetzt dann von einem Ort zum nächsten um im Leben voranzukommen, versucht sich seiner Dinge klar zu werden, beginnt zu altern, wird durch jüngere Mitmenschen ersetzt und am Ende stirbt man.
Die Installation zeigt die verschiedensten Coffee to go Becher in einem bestimmten Stadium. Über diese hinweg wird der Film Commuter projiziert, der das Umfeld, den Weg, die Handhabung des Coffee
to go Bechers zeigt.
Diese Umgebung verändert sich, angefangen an einem grauen, kalten, Wintertag, der von Hektik durchzogen ist und ein unangenehmes Gefühl in der Magengrube erzeugt, bis zum warmen, sonnigen
Nachmittag, an dem man der Stadt entflieht und Farbenvielfalt am Land genießen kann. Schließlich wird der Coffee to go Becher durch eine richtige Espressotasse ersetzt, die auf der Sonnenterasse
an den Cafetisch serviert wird.
Copy and Paste I&II
Semester Project
Summer Semester 2008
Installation: Plaster, Video (duration:08.01 min.)
The video actually consists of two parts, each of which was projected onto 90 cups cast in plaster.
The coffee-to-go-cup:
A silent listener, a narrator of the journey, a story-teller and shaper which travels with us for awhile, then somewhere along the way is carelessly tossed into a trash container where it begins to decompose, and is finally replaced by a new coffee-to-go-cup.
This transience can also translate to us humans. We are born, we listen and learn, are shaped by things, pass on information, hurry then from one place to another in order to get ahead in life, try to understand our situation, begin to grow older, are replaced by younger colleagues, and in the end we die.
The installation shows the variety of the coffee-to-go-cups in given stages. The video is projected across the cups and introduces a commuter who reveals the environment, the travels, and the treatment of the coffee-to-go-cup.
The environment is changing, starting on a cold, gray winter day filled with hectic activities and a nervous stomach, and ending on a warm, sunny afternoon when one escapes the city to enjoy the myriad colors of the countryside. Finally, the coffee-to-go-cup is replaced by a real espresso cup served on the terrace of a lakeside cafe.
© 2010 translated by Heidi Zednik & Magarete Zednik;
A big thank you to both of you!
